Wie wir im Jahr 2050 atmen werden
Wie werden wir die Luft in Innenräumen im Jahr 2050 erleben? Und welche Technologien, Gebäude und Denkweisen prägen morgen die Luftqualität? Eine Vision für gesundes Raumklima und die Lüftungssysteme der Zukunft.
Wie werden wir die Luft in Innenräumen im Jahr 2050 erleben? Und welche Technologien, Gebäude und Denkweisen prägen morgen die Luftqualität? Eine Vision für gesundes Raumklima und die Lüftungssysteme der Zukunft.

Viele der Gebäude, die wir im Jahr 2050 nutzen werden, existieren bereits heute. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Raumluftqualität, Komfort und Energieeffizienz.
Neue Erkenntnisse über gesundes Raumklima, der Klimawandel und die Digitalisierung verändern, wie wir Innenräume planen und nutzen. Gebäude richten sich künftig stärker nach Menschen, ihrer Nutzung und ihren Bedürfnissen.
Gebäude 2050
Menschen & Nutzung
Technologie
Heute herrschen in vielen Gebäuden in unterschiedlichen Räumen weitgehend einheitliche Temperatur- und Luftbedingungen.
Im Jahr 2050 könnte das anders aussehen. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftqualität passen sich stärker an die Nutzung eines Raums und die Bedürfnisse der Menschen an. Ein Konferenzraum stellt andere Anforderungen an Luftqualität und Komfort als ein Krankenhaus, eine Produktionshalle oder ein Fitnessstudio. Künftig passt sich das Raumklima gezielt an die Nutzung jedes Raums an.
»Im Jahr 2050 werden wir Luft in Gebäuden kaum noch als unangenehm wahrnehmen. Gute Luft wird der Standard sein.«
Prof. Dr.-Ing. Dirk Müller, RWTH Aachen

Gebäude der Zukunft erkennen automatisch, wie viele Menschen sich in einem Raum befinden und wie dieser genutzt wird.
Sensorik, Datenanalysen und KI in der Gebäudeautomation erfassen relevante Informationen und passen die Raumluft in Echtzeit an. Lüftungssysteme der Zukunft reagieren flexibel auf Belegung, Aktivität und individuelle Anforderungen.
Das Ziel ist nicht mehr ein einheitliches Klima für alle, sondern ein Raumklima, das sich an Menschen anpasst.
Mit zunehmendem Wissen über Innenraumklima wächst auch das Bewusstsein für dessen Bedeutung für Gesundheit und Prävention.
Gleichzeitig verändert der Klimawandel die Anforderungen an Gebäude. Kühlung wird künftig wichtiger – auch in Regionen mit heute noch gemäßigten Temperaturen. Gebäude verbinden künftig Luftqualität, Energieeffizienz und Komfort intelligent miteinander.
Gutes Raumklima definiert sich künftig nicht mehr nur über Grenzwerte, sondern über die Frage: Was soll ein Raum leisten? Konzentration fördern? Regeneration ermöglichen? Oder Leistung unterstützen?

Architektur wird künftig stärker von innen nach außen gedacht. Nutzung, Gesundheit und Raumklima beeinflussen Planung und Materialwahl stärker als heute.
Gleichzeitig wird Gebäudetechnik smarter und stärker vernetzt. Intelligente Lüftungssysteme übernehmen Diagnoseaufgaben, erkennen Wartungsbedarf frühzeitig und steuern sich in vielen Bereichen selbst. Entscheidend bleibt jedoch nicht die Menge der Technik, sondern ihr Zusammenspiel innerhalb eines funktionierenden Gesamtsystems.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
Künftig passen intelligente Lüftungssysteme die Luftqualität gezielt an das Gebäude, seine Nutzung und individuelle Bedürfnisse an. Gute Luft wird zunehmend zum Standard in Innenräumen.
KI unterstützt die Gebäudeautomation, analysiert Gebäudedaten und hilft dabei, Raumklima und Energieverbrauch an den tatsächlichen Bedarf anzupassen.
Nutzerzentrierte Gebäude passen Temperatur, Luftqualität und weitere Klimafaktoren an die Bedürfnisse ihrer Nutzerinnen und Nutzer an.
Der Klimawandel erhöht den Kühlbedarf in vielen Regionen. Dadurch gewinnt die Kühlung von Innenräumen deutlich an Bedeutung.
Sie arbeiten automatisiert, vernetzt und weitgehend unsichtbar im Hintergrund. Sensorik, Daten und intelligente Regelungen sorgen für eine bedarfsgerechte Raumkonditionierung.
Dadurch passen sich Temperatur, Luftfeuchtigkeit in Innenräumen und Luftqualität stärker an die Nutzung eines Raums an.